Hallraum Etzoldsche Sandgrube

 

 

Atonor mit einer Performance  
zur Eröffnung der Installation   

Dauerinstallation seit 2010

Denkmal, Trümmerberg der 1968 gesprengten Paulinerkirche

Realisation: Stadt Leipzig
Gestaltung: Peter Fiebig

 

Als Grundlage für die Klanginstallation diente mir eine etwas außergewöhnlich Vorstellung, nämlich der einfache Gedanke, dass bei der Sprengung der Paulinerkirche nicht nur das Gebäude verschwand, die Mauern also, sondern mit ihm auch der Raum, vielmehr der Klang des Raumes, der Kirchenhall.
So soll hier auf dem Berg der Kirchenraum akustisch wieder erlebbar werden, in abstrakter Form natürlich. Sobald Leute das Plateau betreten, baut sich nach und nach der Hallraum auf, wird lauter und präsenter.
Nach einer gewissen Zeit verstummt alles und symbolisiert so das plötzliche Verschwinden des Kirchenraumes.
Es bleibt das übrig, was uns akustisch umgibt, im ersten Moment eine Leere, vielleicht auch bedrückende Stille. Dann aber hören wir die uns umgebenden Geräusche um so genauer, Vogelgezwitscher, die Stadt, den Wind, die Bäume .... usw.

Ein weitere Aspekt für die Gestaltung der Klanginstallation sind die Geschichten um die Sprengung. So wurde bis zuletzt Orgel gespielt. Teile der Orgel wurden gerettet, andere fielen der Sprengung zum Opfer.

Welche Musik erklang zuletzt, welche Töne verschwanden, welche wurden gerettet, wie klang der Raum?

Ein sensitiver Steinboden soll dem Besucher erlauben, selbst Geräusche und Töne zu fabrizieren, sie aneinander zu reihen, zu kombinieren.

Es entsteht nicht nur ein Museum, ein Gedenkort, sondern auch eine Begegnungsstätte, ein Treffpunkt oder wenn Sie so wollen auch ein kreativer Spielplatz. Sie werden die Möglichkeit haben, mit den Tönen zu jonglieren, den Raum entstehen zu lassen, in ihm zu spielen, zu lauschen, zu komponieren. Dieser Ort soll neben seinen erholsamen Eigenschaften auch lebendig informieren, in uns die Lust auf Neuentdeckung der Umgebung, Interesse und kreative Möglichkeiten wecken.